Klares Teichwasser oder Algenwucher?

Viele nützliche Tipps zur Teichpflege und Fehlervermeidung

sauberes Teichwasser

Jeder will es doch lange nicht jeder hat es, klares Teichwasser. Kommen zu viele negative Einflüsse im Teich zusammen gibt es den ungeliebten Algenwuchs. Grüne Algen, braune Algen, Schwebealgen, Bart- oder Schmieralgen und nicht zu vergessen die watteartigen Fadenalgen. Alle haben eines gemeinsam, sie sind lästig und nicht besonders schön anzuschauen.

Dabei ist alles doch recht einfach, wenn man die komplexen Zusammenhänge verstanden hat. Es (f)liegt was in der Luft: feinster Staub. Wenn der im Gartenteich landet, ist das ein gefundenes Fressen für die Algen , denn genau dafür sind sie auch da. Sie versuchen das Überangebot an Nährstoffen zu binden wie in allen anderen Gewässern auch. In der Natur klappt das auch sehr gut, da das Verhältnis von Flachzone zu Tiefzone sowie die Wasserbewegung eine andere ist. Steht das Wasser zu sehr und besteht der Teich aus reichlichen Flachzonen kommt es zu Algenwucher. Durch die erhöhten Temperaturen des Teichwassers und durch die zu starke Eindringtiefe des LIchts in den Flachzonen, können sich Algen explosionsartig ausbreiten.

Alles fängt mit der Planung an: Hier können einige Faktoren wie Lage und Tiefe des Teiches späteren Problemen entgegenwirken. Vermeiden Sie große Flachwasserzonen! In ihnen erwärmt sich das Wasser zu schnell. Sollten Sie mehrere Fische in Ihrem Teich pflegen wollen, so kommen Sie um eine Filteranlage meist nicht herum.

Ziel jeglicher Bemühungen ist:

Schildkröte im Wasser
Unser Maskottchen: Wasserschildkröte Hektor (13 Jahre alt)

Alle Pflanzen benötigen gelöste Nährstoffe zum Wachstum, die sie zum Großteil dem Wasser entziehen. Schwimmblattpflanzen, z.B. Krebsschere, Wasserhyazinthe, Wassernuss, Schilf und Muschelblume sind die größten Nährstoffsammler unter den Wasserpflanzen. Außerdem beschatten Wasserpflanzen mit großen Blättern, wie Seerosen, den Teich und nehmen den Algen das notwendige Licht. Ganz nebenbei verhindern sie so das übermäßige Aufheizen des Wassers denn der Sauerstoffgehalt ist immmer an die Temperatur gebunden und kann sonst schnell kritische Werte erreichen.

Absterbende Pflanzen, die auf den Boden sinken, werden vom einheimischen Fluss- oder Edelkrebs verzehrt. Als Allesfresser liebt er auch tierische Kost wie Insektenlarven, Würmer, kranke und tote Fische und hält auf diese Weise den Teich sauber. Krebse sind nicht aggressiv und lassen sich nur nachts beobachten. Tagsüber suchen sie ein Versteck (z.B. Tonröhre) auf. Zwei Männchen und 8-10 Weibchen genügen für einen Teich mit etwa 3000l Wasserinhalt. Andere Krebsarten, wie Kamber-, Signal und Gallzierkrebs sind als potenzielle Überträger der Krebspest nicht zu empfehlen.

Süßwassermuscheln, vor allem die gewöhnliche Teichmuschel, filtrieren aus dem sie umgebenden Wasser Kleinlebewesen und Schwebalgen heraus. Je nach Größe säubert eine einzige Teichmuschel im Sommer pro Tag bis zu 100l Wasser. Dabei brauchen die Jahrzehnte alt werdenden Tiere weder Pflege noch Fütterung und richten bei anderen Teichbewohnern keinen Schaden an. Allerdings leben Teichmuscheln in Symbiose mit dem Bitterling, einem kleinen Fisch, ohne den sich beide Tierarten bei Bedarf nicht vermehren könnten. Für klare Verhältnisse benötigt man pro 1000l Wasser fünf Muscheln und für eine eventuelle Vermehrung der Tiere pro Muschel ein paar Bitterlinge.

Elritzen sind kleine, gesellige Fische, die sich als Mückenlarven-, Algen- und Planktonfresser nützlich machen. Sie sammeln sich gern zum Schwarm und schwingen im Wasser hin und her. Mindestens 20 Tierchen sollten es schon sein...

Den Algenwuchs an Pflanzen und Steinen grasen Posthornschnecken und Sumpfdeckelschnecken ab. Sie filtern Plankton und Algen aus dem Wasser und sind ideale Abafallverwerter des Gewässers. Zwanzig Tiere von jeder Art sind als Besatz für einen Teich mit 3000l Wasser zu empfehlen. Trotz dem der Einsatz, der hier vorgeschlagenen Tiere, wie Krebse und Schnecken nicht jedem liegt, so sollte man sich doch wenigstens für einige der Exemplare entscheiden.

Teich mit Seerose
Teich mit Seerose zur Beschattung, Krebsschere zur Filterung
und Unterwasserpflanzen als Sauerstoffspender.

Unerlässlich ist llerdings das Einbringen von Unterwasserpflanzen.
Unerwasserpflanzen spielen eine wichtige Rolle bei der Teichpflege. Wasserfeder, Hornblatt, Tausendblatt, Leichkraut und Wasserpest sind wohl die bekanntesten, der meist leicht zu pflegenden Pflanzengruppe. Für ihr Wachstum nehmen sie, die im Wasser gelösten Nährstoffe auf, die sonst zum schnellen Wachstum wassertrübender Algen führen w&uumL,rden und geben den lebenswichtigen Sauerstoff an das Wasser ab.

Der erste Schritt ist aber immer noch die Aufbereitung des Wassers. Hierfür gibt man ein Präparat in das Wasser, das aus Gerstenstroh und Humiensäuren besteht. Solche Naturprodukte hemmen die Algenbildung, verändern den PH-Wert des Wassers, bringen die wichtigen Mikroorganismen in Schwung und lassen die Pflanzen besser wachsen.

Tipp: Impfen Sie Ihren Teich zusätzlich mit Wasser aus einem biologisch intaktem Teich. Er enthält die wichtigsten Mikroorganismen. Sammeln Sie auch ein paar Sumpfdeckelschnecken mit ein!

Als letztes mö,chten wir Ihnen noch die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen mit auf den Weg geben. Dazu gehöhrt zum Einen ein Laubnetz, welches im Herbst über den Teich gespannt wird. Es erspart viel Arbeit und hält die Unmengen von herabfallenden Blättern vom Teich fern. Zum Anderen ist es das Fischfutter, welches gern zu viel beigegeben wird.
Hierbei gilt:

Bei Fischen gilt die Faustregel maximal 3 Fische pro 1000l Wasser und bei großen Kois nur 1 Fisch pro 1000l Wasser.

Sollten Sie sich an die wichtigsten Regeln halten, werden Sie spätestens im nächsten Frühling "Klare Verhältnisse" in Ihrem Teich haben. Bei hartnäckigen Problemen und baulichen Mängeln lesen Sie bitte auch die Seite Probleme mit dem Gartenteich

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